Seit ich denken kann hege ich ein Faible für Tagebuchliteratur. Ich finde kaum etwas so aufregend, wie das Hineinversetzen in einen anderen Menschen, wenig lehrt mich mehr über die Welt, als sie durch andere Augen zu sehen und durch die Beschreibung aus erster Hand sowohl Dinge kennenzulernen, die mir vorher fremd waren, als auch Bestätigung dafür zu finden, dass ich mit bestimmten Sorgen nicht alleine bin.

Während der 5jährigen Arbeit an meinem Comic »Bei mir zuhause« haben mich vor allem zwei Dinge davor bewahrt, den Verstand zu verlieren: die Hörbücher von Autobiograf:innen wie David Sedaris, Augusten Burroughs oder Doris Dörrie, sowie das Tagebuchschreiben. Das Hörbuchhören bot sich einerseits an, da es gut zum Zeichnen passte, doch ich fand darin auch eine ganz besondere Erbauung, die sich daraus speiste, die intimen Geschichten von den Leuten, die sie geschrieben haben, vorgelesen zu bekommen. Es gab dem Erzählten mehr Charakter, vertiefte das Mitfühlerlebnis und verlieh ihm eine höchstpersönliche Note. In der Stimme schwingt so viel mit.

Inspiriert durch diese meine Vorbilder starte ich also nun mein neues Projekt, eine Hörbuchserie namens »In Echtzeit«, die auf meinen literarischen Selbstgesprächen der letzten Jahre basiert. Ein Potpourri aus Reflektionen über das Comiczeichnen, meine Lohnarbeit, Politik, Psychokram und beharrlichen Versuchen, das Rätsel des Universums zu knacken.

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